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Beitrag NOZ Nachhaltig Essen

       
Autor: Marie-Luise Braun 20. November 2012 18:05 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor
 
So schmeckt gesundes Essen

Aktionstag der Universität Osnabrück: Nachhaltigkeit lehren und lernen

Osnabrück. Selbst sonst schlagfertige Stars rätseln bei diesem Thema: „Wie verstecke ich Vitamine im Essen meiner Kinder?“, fragte Judith Holofernes bei der Talkshow „3nach9“. Während die Sängerin von „Wir sind Helden“ verständnisvolles Gelächter erhielt, hat Thomas Ellrott Praktisches parat. „Selbst Gutes essen und so die Freude daran zeigen“, riet der Göttinger Ernährungspsychologe an der Uni Osnabrück. Hier sollen aus Lehrern Experten für nachhaltige Ernährung werden.

Wohlschmeckende Praxis: Studierende wie Florian Remark bereiteten beim Aktionstag das Essen für die Teilnehmer nach rezepten des Osnabrücker Drei-Sterne-Kochs Thomas Bühner zu.. Foto: Egmont Seiler  
 

Wörter wie „gesund“ und „gut für dich“ sollten bei Gesprächen über das Essen mit Kindern gestrichen werden, meint Ellrott, der selbst Vater ist und seine Empfehlungen am eigenen Esstisch umsetzt. Meistens zumindest. Denn: Das Gequengel beim Essen kann noch ein ganz anderes Ziel haben: Die Aufmerksamkeit der Eltern erzielen. Und damit haben ihn auch seine eigenen Kinder erwischt, erzählt er amüsiert. Verbissenheit hat bei ihm keinen Platz.

Zu Gast war Thomas Ellrott bei dem Programm „CookUOS – Nachhaltigkeit Lehren und Lernen“ der Universität Osnabrück. Einen Tag lang haben sich die rund 50 Teilnehmer damit befasst, wie die Grüne Schule des Botanischen Gartens Nachhaltigkeit vermittelt, was Vielfalt bei Pflanzen und bei Lebensmitteln ist, wie Kinder und Erwachsene Umweltbewusstsein, ein Gefühl für Gesundheit und soziale Verantwortung lernen können.

Und weil das Programm, das bereits zum zweiten Mal läuft, unter dem Stichwort „Lehrerbildung innovativ gestalten“ steht, ging es auch praktisch zur Sache: Die Studierenden, die dieses Semester teilnahmen, verköstigten die Tagungsteilnehmer nach Rezepten des Osnabrücker Drei-Sterne-Kochs Thomas Bühner. Er ist der Schirmherr des Programms.

Während die Studierenden also hinten in der Küche eifrig werkelten und leckere Düfte die Lust auf Essen förderten, erläuterten im Vortragssaal des Bohnenkamp-Hauses Wissenschaftler mit viel Zeit ihren Blick auf Nachhaltigkeit, Gesundheit und gutes Essen. Letzteres wurde bei der Tagung auf eine gute Stunde später verschoben.

Fast-food-Platonismus

„Brustvergrößerung“ prangte plötzlich in großen Buchstaben an der Wand. Georg Hörmann will so die Auswirkungen eines verlorenen Körpergefühls verdeutlichen. Das sei, so meinte der emeritierte Professor für Gesundheit der Uni Bamberg, das Resultat der gesellschaftlichen Entwicklung und einer Gesundheit, die im „apparativen System“ verschwunden sei.

Kurz zuvor noch hatte der Philosoph Harald Lemke beklagt, dass Essen seit Platon als Nebensache gelte. „Er sagte, dass das Eigentliche am menschlichen Wesen sein Geist sei“, erläuterte der Wissenschaftler der Uni Salzburg und monierte den „tief verwurzelten Fast-food-Platonismus“: Schnell etwas in sich hineinstopfen, um sich dann schnell wieder anderen Dingen zu widmen.

Mit der Frage, wie Genuss am Essen vermittelt werden kann, beschäftigt sich Thomas Ellrott seit Jahren. Das Resultat der ständigen Diskussionen um gutes Essen benennt er so: Kinder setzten das Wort „gesund“ damit gleich, dass sie etwas essen sollen, was sie nicht wollen. Und das löse natürlich Widerstände aus.

Gar keine Widerstände löste hingegen das Vier-Gänge-Menü aus, das Studierende zubereitet haben. Nicht nur die Kürbismousse auf Ingwer-Maronen-Essenz machte die Gäste glücklich und zeigte, wie gut Essen schmecken kann, das überwiegend aus der Region kommt.

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