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Genuss statt -to go-

Artikel NOZ – Neue Osnabrücker Zeitung- Dienstag, 10. Dezember 2013, Seite 16

Genuss statt "to go“ - SternekochThomas Bühner diskutiert über nachhaltiges Kochen

Von Mark Otten

OSNABRÜCK. Im Rahmen des Projekts "CookUOS - Nachhaltigkeit Lehren und Lernen" vermittelt die Universität, wie Lehrer ihren Schülern auch beim Essen Nachhaltigkeit beibringen können. Mit dabei war auch Sternekoch Thomas Bühner, der der Schirmherr der Veranstaltung ist. Bei einer Podiumsdiskussion sprach er über Wege, wie Lehrer im Alltag vorangehen können und was nachhaltiges Essen für ihn bedeutet.

UL TBundUH Aktionstag2013Nachhaltigkeit ist vermutlich eines der meiststrapazierten Worte der vergangenen 20 Jahre. Trotzdem ist sie bis heute in vielen Bereichen nicht zu erkennen oder zumindest ausbaufähig. An dieser Stelle sollen Lehrer das Thema noch stärker in den Schulalltag integrieren. Als wichtigen Ansatzpunkt hat die   Universität Osnabrück hier das Essen erkannt.

Essen als Bus

Uwe Neumann, Teamleiter der Projektgruppe "CookUOS", bezeichnete das Thema Essen als einen "Bus, in dem wir. alle mitnehmen". Denn Essen tangiere viele Aspekte der Nachhaltigkeit: "Es muss erst gezüchtet oder gesammelt werden. Man muss es verkaufen, also ein ökonomischer Aspekt. Einige haben viel, andere wenig Geld. Einige hungern, andre haben Essen im Überfluss, Stichwort Ungleichverteilung und Konflikte. Und es muss verpackt werden, was Müll verursacht, der auf der ganzen Welt ein Problem ist sagte Neumann.

Für Sternekoch Thomas, ist Nachhaltigkeit beim Essen noch etwas anderes, das über die Ökologie hinausgeht. Für ihn müsse Essen erinnerungswürdig sein und immer auch eine soziale Komponente beinhalten. Ihn störe am meisten die „To-Go-Mentalität“, die seiner Meinung nach in immer mehr Bereichen des Lebens Einzug gehalten habe."Nie gab es mehr Lebensmittel als heute” Den Leuten ist nicht mehr klar, was sie eigentlich essen”, sagte Bühner, der Schirmherr des Programms ist. Dominique Remy von der Universität Osnabrück unterstützte diese Aussage: "Die Kleinen wissen teilweise gar nicht mehr , wie eine Karotte aussieht.“

Bühner sagte, er wolle mit seinem Engagement weder Lehrer noch Studenten belehren, sondern Denkanstöße geben. Der Sternekoch regte an, dass die Lehrer in Ganztagsschulen gemeinsam mit den Kindern essen sollten. Aus dem Publikum meldete sich eine angehende Lehrerin, die anmerkte, dass die Verantwortung nicht an die Lehrer abgegeben werden könne, auch weil nicht jede Schule eine Mensa habe. Er stellte aber auch fest, dass Erziehung nach Hause gehöre. Dass den Kindern das Mensaessen häufig nicht schmecke, konnte der Sternekoch nachvollziehen. Das meinte er jedoch nicht als Kollegenschelte, denn er sagte: "Gemeinschaftsverpflegung ist das schwierigste Gebiet überhaupt." Aus dem Publikum meldete sich abschließend ein Lehrer zu Wort, der selbstkritisch sagte, dass die Beamten ihr eigenes Verhalten und ihre Vorbildrolle stets be- und überdenken sollten – damit sei schon viel getan.

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