logo

Startseite Veranstaltungen | Exkursionen Gewürze – Zwischen Nahrungsmittel und Magie

Gewürze – Zwischen Nahrungsmittel und Magie

Gewürze – Zwischen Nahrungsmittel und Magie

Ob Pfeffer oder Thymian, ob Majoran oder Oregano – Gewürze spielen in unserer Ernährung seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Doch wer denkt, alleine mit den bekanntesten Vertretern ist es getan, der irrt.
Dieser Text versucht beispielhaft anhand von drei Exoten darzustellen, wie vielfältig und umfangreich der Wirkungsgrad von Gewürzen ausfällt:
So betrachte man die oft verwendete Vanille. Hergestellt aus der einzigen Orchidee, die eine genießbare Frucht hervorbringt, entsteht durch Gärung ein Gewürz, das für Mann und Frau nicht nur gut riecht, sondern auch als weiche Droge bezeichnet werden kann. Nicht umsonst wird Vanille auch „Königin der Gewürze" genannt. Die Ursache ist die Ähnlichkeit des Vanillins mit Sexualhormonen, das für Mann und Frau anziehend wirkt. 
Auch wenn diese Tatsache zwar bisher nicht wissenschaftlich belegt ist, so zeigt sich dennoch, dass das wohlriechende Gewürz darüber hinaus die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin anregt. Es heißt, selbst beim Abnehmen soll der Vanilleduft helfen, da dem Gehirn, energiereiche Speisen vorgetäuscht werden. Dabei stammt das beliebte Süßungsmittel nicht einmal aus Deutschland, sondern hat seine Wurzeln in Mexiko. Will man die exotische Pflanze anderorts anpflanzen, muss diese selbstständig bestäubt werden, denn nur in Mexiko existiert eine spezielle Bienenart und Kolibris, die die wundersame Pflanze bestäuben. Dennoch hat diese Tatsache dem Einzug der Vanille keinen Abbruch getan. In der Schote steckt im Übrigen der größte Vanille- Anteil, sodass diese nicht weggeschmissen werden sollten.
 
Ein weiterer Vertreter außergewöhnlicher Gewürze ist das Curry. Dabei ist es ein Gerücht, dass Currypulver aus den Blättern des Currybaums extrahiert sei. Vielmehr legt der gängige Begriff Currypulver nahe, dass es sich um ein Gemisch handelt, dass häufig aus Ingwer, Koriander, Kurkuma, Zimt, Bockshornklee und Kardamom besteht Allerdings variiert die Zusammensetzung stark, da teilweise auch andere Gewürze wie Fenchel, Pfeffer oder Muskatnuss beigemischt werden. Das aus Indien stammende Gewürz erfreut sich nicht nur weltweiter Begeisterung als geschmacklicher Faktor, sondern seine zahlreichen Zutaten kommen mit allerlei positiven Effekten daher: So nehme man speziell das Kardamom. Es gilt seit Jahrhunderten als Mittel gegen Mundgeruch. Und für den Fall, dass der Blutdruck einmal in die Höhe geschossen ist, kann das kleine Wundermittel auch hier Hilfestellung geben. Es kann verdauungsfördernd sein und Menstruationsbeschwerden lindern. Sogar der morgendliche Kaffee kann damit gewürzt werden. Und wem grüner Tee, der als überaus gesund gilt, bisher überhaupt nicht zusagte, der sollte einmal Kardamom hinzufügen und feststellen, dass die Bitterstoffe in ihrer Wirkung nachlassen. In der Schwangerschaft sollte jedoch Abstand davon genommen werden. Nehme man nun also das oben beschriebene Currypulver: Ingwer als Mittel gegen Übelkeit und Schmerzen, Bockshornklee mit zahlreichen Heilwirkungen gegen Halsschmerzen, Geschwüre, Husten bis hin zu Bronchitis und Koriander gegen Magen- Darm- Beschwerden – In Kombination ergibt sich eine vielversprechende Gewürzmischung gegen allerlei Beschwerden von Entzündungen, bis hin zu Krebs oder Alzheimer. Daher sollte das kleine Wundermittel in keinem Haushalt fehlen und nicht nur auf Bratwürsten zu finden sein.
 
Ein weiteres, weniger bekanntes Gewürz ist der Safran. Durch ein aufwendiges Verfahren muss der Stempel einer Krokus- Pflanze aufwendig herausgeholt werden, damit daraus mühsam von Hand das Gewürz extrahiert werden kann. Das Verfahren ist relativ aufwendig: Jede Pflanze muss einzeln geerntet und die kleinen Fäden herausgezogen werden. Für einen Kilo Safran müssen immerhin 150.000 Blüten bearbeitet werden. Dadurch ergibt sich ein hoher Preis für das außergewöhnliche Gewürz: Je nach Qualität können hier zwischen 7000 und 10000 Euro Gewinn erzielt werden. Verwendung findet das aus Griechenland stammende Gewürz dann in italienischem Risotto, französischer Bouillabaisse oder auch in grünem Tee. Selbst im Kosmetikbereich hat Safran einen Platz gefunden und wird für Parfüms oder Duschbäder verwendet. Doch auch seine heilende Wirkung sollte nicht unterschätzt werden: Nicht nur, dass dem Gewürz schmerzlindernde und auch harn- und schweißtreibende Eigenschaften nachgesagt werden, auch als Herzmittel oder gegen Magenbeschwerden und starken Husten kann Safran eingesetzt werden. Dem teuren Gewürz werden sogar euphorisierende und krampflösende Wirkungen nachgesagt, die dem Opium recht ähnlich sind und rauschartige Zustände verursachen.

Doch ist äußerste Vorsicht geboten. Nicht nur, dass Safran in einigen Ländern seit vielen Jahren als Abtreibungsmittel gilt, eine Gesamtmenge von etwa 10 g gilt als tödlich. Glücklicherweise sind häufig derartige Mengen kaum zu bekommen, da die Preise für echten Safran nach wie vor äußerst hoch sind. Gelegentlich werden Touristen mit Sonderangeboten angelockt, die jedoch häufig Fälschungen sind.
Auch wenn Safran wohl eins der mysteriösesten und außergewöhnlichsten Gewürze ist, so zeigt es dennoch, warum Gewürze derart faszinierend auf uns wirken.
 
Doch Gewürze müssen nicht einmal gegessen werden, um zu beeindrucken. Selbst Schmuck kann so hergestellt werden. Gewürzketten aus Kumarin, extrahiert aus der Tonka- Bohne, verstreuen einen angenehmen und stressreduzierenden Geruch. Durch diesen wohlriechenden Geruch könnte so manches Parfüm überflüssig werden.
 
Auch wenn hier nur einzelne Beispiele des enormen Wirkungsgrades von Gewürzen dargestellt werden konnten, zeigt sich dennoch, wie umfangreich Gewürze in unserem Leben Anwendung finden.
 
Bedauernswerterweise sind sich die wenigsten Menschen bewusst, dass Gewürze weit über Pfeffer und Curry hinausgehen. Viele verschiedene Sorten aus allerlei Ländern haben bei uns Einzug gefunden und erfreuen sich größter Beliebtheit. Es ist längst überfällig, dass wir anfangen, uns der unglaublichen Vielfalt bewusst und experimentierfreudiger zu werden. Anfangen könnte man dadurch, original aus den Ursprungsländern importierte Gewürze am heimischen Herd auszutesten. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, woher die Gewürze stammen, da qualitative Mängel auftreten können.
Doch auch Informationsveranstaltungen oder das weltweit einmalige Gewürzmuseum in Hamburg machen es möglich, verschiedenste Gewürze anzufassen und zu riechen. In diesem Sinne:
Das Leben ist wie eine Speise, welche uns nur ihrer Gewürze wegen schmeckt. Victor Hugo :-)
 

Quellenverzeichnis:
Band 5 – Charaktere homöopathischer Arzneimittel, Edeltraud Friedrich/ Peter Friedrich, Traupe- Verlag
http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Warum-Ingwer-so-gesund-ist-106499.html
http://www.deutschlandradio.de/archiv/dlr/sendungen/mahlzeit/199111/index.html
http://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/gewuerze/curry
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/bockshornklee.htm
http://www.heilpraktiker.de/naturheilkunde/aktuell/492-die-medizinische-wirkung-von-safran-auf-den-menschlichen-organismus.html
http://www.reformhaus.de/lebensmittel/gewuerze/1241-vanille-macht-gluecklich.html
http://www.spicys.de/content/uber-spicys/lieben-sie-schmuck-und-gewurze/
http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Heilpflanzen/Kardamom/Artikel/4705.php
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/koriander.html

Template Design free joomla templates

facebooktwitterrssyoutube
Dutch English French German Russian Spanish
Einer unserer Partner